Als Team-Captain ist man als Bürgermeister mehr als nur Vorgesetzter: Wie man für Motivation, Zusammenhalt und gemeinsame Erfolge sorgt…
Autor: Bernhard Steinböck
Bei EM und zuletzt auch der erfolgreichen WM-Quali hat man es bereits gespürt: Beim Österreichischen Nationalteam steht nicht nur eine Ansammlung von talentierten Einzelspielern auf dem Platz, da ist eine echte Mannschaft am Werk. Sicherlich kann man sich vom Vater dieser Erfolgsgeschichte ein paar Scheiben abschneiden: Ralf Rangnick hat einen kollektiven Glauben an die eigene Stärke geformt, bei dem jeder für jeden kämpft und das große Ganze über dem Ego des Einzelnen steht. Das Ergebnis ist selbst ein vor dem TV-Bildschirm spürbares „Wir-Gefühl“, das das Team hoffentlich auch im Bälde zu Höchstleistungen anspornt.
Was auf dem grünen Rasen zum Erfolg führt, ist auch das beste Rezept für die tägliche Arbeit in unseren Gemeinden. Denn auch das Gemeindeamt ist eine Mannschaft mit unterschiedlichen Spezialisten auf verschiedenen Positionen. Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin ist dabei der Team-Captain, dessen wichtigste Aufgabe es ist, nicht nur zu verwalten, sondern das Team zu formen, zu motivieren und einen gemeinsamen Geist zu schaffen.
Wie NÖ Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl im ausgerufenen „Jahr der Wertschätzung“ betont, ist Wertschätzung kein Gefühl, sondern eine bewusste Entscheidung und eine zentrale Führungsaufgabe. Nirgendwo wird das so deutlich wie im eigenen Amt. Denn während die Wertschätzung gegenüber dem politischen Mitbewerber und den Ehrenamtlichen entscheidend für die Außenwirkung ist, beginnt die glaubwürdige Umsetzung dieser Haltung in den eigenen vier Wänden: im Team der Gemeindeverwaltung.
Gemeinsame Erlebnisse – Mehr als nur ein Betriebsausflug
Rangnick hatte das gemeinsame viertägige Trainingslager in Marbella auch dazu genutzt, um neben der taktischen Finessen auch „Teamneulinge zu integrieren“. Nun ist ein mehrtätiger Aufenthalt in Südspanien wohl nicht im Gemeindehaushalt vertretbar, Kernpunkt der Aussage ist freilich das gemeinsame Erlebte. Was im Spitzensport das Trainingslager ist, ist für Gemeindeteams ein wertvolles Teambuilding-Instrument.
- Der gemeinsame Ausflug: Ob ein Skitag im Winter, eine Wanderung im Herbst oder ein Besuch bei einem Heurigen im Sommer – solche Veranstaltungen haben einen tieferen Sinn als die reine Unterhaltung. In lockerer Atmosphäre fallen Hierarchien weg, man lernt sich von einer anderen, persönlichen Seite kennen. Der Kollege aus dem Bauamt und die Mitarbeiterin aus der Buchhaltung entdecken vielleicht gemeinsame Interessen. Diese informellen Netzwerke sind oft schneller und effizienter als jeder offizielle Dienstweg, wenn es darum geht, eine unkomplizierte Auskunft einzuholen oder ein abteilungsübergreifendes Problem zu lösen.
- Gezielte Teambuilding-Seminare: Noch einen Schritt weiter gehen professionell begleitete Seminare. Ein externer Coach kann mit dem gesamten Gemeindeteam gezielt an Themen wie Kommunikation, Umgang mit schwierigen Bürgern oder der Optimierung von Arbeitsabläufen arbeiten. Eine Investition, die sich doppelt auszahlt: Sie liefert nicht nur konkrete Ergebnisse für die tägliche Arbeit, sondern signalisiert dem Team vor allem eines: „Ihr seid uns wichtig. Wir investieren in eure Fähigkeiten und unsere gemeinsame Zukunft.“
- Potenziale erkennen und fördern: Ein guter Team-Captain kennt die Stärken seiner Spieler und weiß, in welchem Bereich des Spielfelds sie am meisten Wirkung entfalten können. Ein Bürgermeister sollte die Talente und Potenziale seiner Mitarbeiter erkennen und fördern. Das kann durch die Übertragung von mehr Verantwortung, die Leitung eines kleinen Projekts oder gezielte Fortbildungen geschehen. Wer spürt, dass seine Entwicklung gefördert wird, bleibt motiviert und loyal.
Vertrauen und eine offene Fehlerkultur schaffen
Ein starker Teamgeist bemisst sich nicht nur an den Siegen, sondern vor allem daran, wie mit Fehlpässen umgegangen wird. Eine der wichtigsten Führungsaufgaben ist es, ein Klima der “psychologischen Sicherheit” zu schaffen, in dem Fehler nicht als Katastrophe, sondern als Lernchance gesehen werden. Eine Kultur, in der aus Angst Fehler vertuscht werden, führt zu Misstrauen und Stagnation – dem klassischen Rückpass in die eigene Hälfte. Fehler sind menschlich – auch beim Gemeindechef: Ein moderner Leader steht zu eigenen Fehlern. Wer zugibt, wenn er eine Fehleinschätzung getroffen hat oder unaufmerksam war, zeigt keine Schwäche, sondern menschliche Größe und Authentizität. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter offen mit eigenen Fehlern umgehen, anstatt sie zu verbergen.
Wertschätzung im Arbeitsalltag
Neben den großen Events sind es die kleinen, beständigen Dinge, die eine positive Kultur prägen. Es geht darum, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Unterstützung und Anerkennung ausstrahlt. Die vielzitierte Obstschüssel oder ein guter Kaffee sind kleine, aber sichtbare Zeichen, dass dem Arbeitgeber die Gesundheit seiner Mitarbeiter am Herzen liegt. Genau das ist die Aufgabe eines modernen Bürgermeisters: Es geht nicht nur darum, die Aufstellung festzulegen (die Organisation zu leiten), sondern den Matchplan für ein positives Miteinander zu entwickeln. Er muss die Stärken seiner Mitarbeiter erkennen und sie auf der richtigen Position einsetzen (Potenziale fördern). Er muss für eine offene Kommunikation in der “Kabine” sorgen (Teambesprechungen) und auch nach einem Fehlpass hinter seiner Mannschaft stehen (Rückendeckung geben). Am Ende ist der Applaus der Bürger der schönste Lohn. Und der kommt dann, wenn die Mannschaft im Rathaus nicht nur arbeitet, sondern mit Leidenschaft und Freude für ihre Gemeinde spielt.
Gemeinsam mitfiebern beim WM-Tippspiel
Passend zum Thema Teamgeist und Zusammenhalt hat die Volkspartei Niederösterreich auch ein eigenes Tippspiel zur Fußball-WM 2026 gestartet.
Unter dem Motto „Jetzt bist du am Ball!“ sind alle Fußballbegeisterten eingeladen, mitzutippen, mitzufiebern und sich im freundschaftlichen Wettbewerb zu messen. Mit wenigen Klicks kann ein kostenloses Konto erstellt werden, um Tipps für alle Spiele der WM abzugeben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eigene Tippspiel-Gruppen mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen anzulegen.
Neben dem Spaß am Mitmachen warten auch attraktive Preise auf die besten Tipperinnen und Tipper. Gleichzeitig steht das Tippspiel für das, was auch in den Gemeinden zählt: Zusammenhalt, Teamgeist und gemeinsame Begeisterung:
Mitmachen unter: noe-tippt.at