Ein Plädoyer fürs “System”

Die Ankündigung eines österr. Politikers eine „gegen das System Tour“ im Land zu starten, >> wie Du hier lesen kannst, macht mich betroffen. Ich hab mich gefragt, was denn mit „System“ gemeint sein könnte……? Vielleicht das Pensions-SYSTEM, das Gesundheits-SYSTEM, das Bildungs-SYSTEM oder auch das politisch-demokratische SYSTEM unseres Rechtsstaates in Österreich…….?

Vielleicht sind auch noch viele andere hochentwickelte und teils wegen ihrer Qualität komplex gewordene Systeme gemeint. Systeme, die uns in Österreich schützen und nützen. Aber möglicherweise auch Systeme, die wir so wie Computerprogramme aber schon lange nicht mehr durchschauen?

Im Online Lexikon WIKIPEDIA findest Du zu „SYSTEM“ diese Erklärung: „Als System wird etwas bezeichnet, dessen Struktur aus verschiedenen Komponenten mit unterschiedlichen Eigenschaften besteht. Diese Komponenten haben bestimmte geordnete und funktionaleBeziehungen untereinander. Und so ein System kann als gemeinsames Ganzes betrachtet werden und ist so auch von anderen Systemen abgrenzbar.“ heißt´s da sinngemäß. 

Ich bin der Meinung, dass man SYSTEME weiterentwickeln muss, dass man in SYSTEMEN auch Fehlentwicklungen erkennen, benennen und lösen muss. Und ich glaube, dass wir “komplexe” Systeme auch immer wieder erklären, vereinfachen und wenn das nicht “einfach” ist, das “Grundsatzvertrauen” in Systeme durch deren “Leistungsfähigkeit” ständig “beweisen” müssen.

Aber ich bin auch der Meinung, dass „geordnete und funktionale Beziehungen“ in hoch komplexen SYSTEMEN, nicht einfach auf den Kopf gestellt werden können. EGOISMUS funktioniert in GEMEINSCHAFTLICHEN SYSTEMEN nicht und allein das Versprechen des eigenen alleinigen Vorteils ist in SOLIDARISCHEN, demokratischen SYSTEMEN gefährlich „manipulativ“!

Wer “gegen das SYSTEM” ist, sollte sich fragen:

  • In welchem GESUNDHEITS-System möchte ich behandelt werden? In Österreich oder in einem anderen Land?
  • An welchem PENSIONS-System möchte ich teilhaben? Dort wo der Staat solidarisch Milliarden dazuzahlt, wie in Österreich oder woanders?
  • In welchem BILDUNGS-System möchte ich meine Kinder ausgebildet und erzogen wissen? In Österreich mit hoch engagierten Lehrkräften oder in Schweden, Ungarn oder Liechtenstein?
  • In welchem POLIT-System sollen Entscheidungen fallen? Im demokratisch-gesellschaftlich Österreichischen oder lieber in Russland, Amerika oder China …….?

Auch unsere Gemeinden und deren Dienstleistungen sind Systeme, die teils hochkomplex arbeiten aber bestens funktionieren. Auf Urlaubsreisen wird uns immer erst bewusst, was unser gut funktionierendes Wasserversorgungssystem, was ökologische Abfallwirtschaftssysteme, was ordentliche (Nah-)Verkehrssysteme wirklich wert sind, wenn wir anderswo Plastik in Hülle und Fülle herumliegen sehen oder das Wasser nur “chloriert” aus der Leitung rinnt. Wenn Müll wie zuletzt in Teilen Italiens wegen Streiks nicht abgeholt wird oder die Eisenbahn nicht fährt, wie jüngst beim Nachbarn in Deutschland.

Wir kennen auch das “Jammern” über vordergründig als “sinnlos” empfundene Regeln oder Abläufe. Wir kennen auch manche “Klagen” über zu hoch empfundene Gebühren. Und wir brauchen auch einige Zeit, um uns in so manches System und seine Bedingungen “einzuordnen”. Aber REGELN, FINANZIERUNGEN und BEDINGUNGEN sind halt in Systemen auch notwendig, um sie funktionsfähig zu halten. Und JA: Nicht immer verstehen wir diese Bedingungen, weil wir einfach auch alle zusammen gar nicht die Zeit und das Interesse haben, uns damit im täglichen Alltag auch noch damit beschäftigen zu müssen. Aber deswegen stellen wir auch nicht gleich, jedes System in Frage.

Ich hab übrigens noch nie jemanden erlebt, der seinen Computer oder sein Handy – weil der das „Innenleben“ nicht versteht – wegschmeisst und zerstört. Eine “gegen das SYSTEM Tour” ist ein unverantwortlicher Angriff auf unsere hochkomplexen gesellschaftlichen SYSTEME. Es ist ein gezieltes Untergraben von GRUNDVERTRAUEN und es bereitet ein “WEGSCHMEISSEN” von über Jahrzehnte entwickelten Versorgungs-SYSTEMEN vor.

Und weil die Dinge leider „kompliziert“ sind, zitiere ich einen Spruch, den ein ehemaliger BAYRISCHER Politiker gesagt hat. Du kennst ihn vielleicht noch – Franz Josef Strauss: „Man muss einfach reden, aber kompliziert denken, nicht umgekehrt.“ 

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