Die Energiewende braucht mehr Zuversicht

Zwischen Fakten und Ängsten entscheidet sich, wie Österreich seine Energiezukunft gestaltet.

Elektrizität wird zur Schlüsselenergie des 21. Jahrhunderts. Vom Auto über den LKW bis zum Hochofen – nahezu überall wird Strom in Zukunft die Antriebs- oder Prozessenergie sein. Das erfordert einerseits eine enorme Produktionskapazität und andererseits leistungsfähige Transportnetze.
Für uns in den Standortgemeinden bietet der Ausbau von Windkraft-, PV- und Speicheranlagen neue Einnahmepotenziale. Aber auch in „Nicht-Standortgemeinden“ von Großanlagen sind Einsparungen durch Gebäude-Energieoptimierung mittels Photovoltaik und Speicher möglich. Technisch, rechtlich und organisatorisch zeigen wir alles und noch viel mehr in dieser Nummer der NÖ Gemeinde auf.

„Emotional“ lässt sich die Energiewende allerdings nicht so leicht vermitteln. Politische Kräfte, die von der Angst vor Veränderung leben, befeuern diese Stimmung gezielt. Das ist auch deshalb wirksam, weil sich zugespitzte Behauptungen oft schwerer entkräften lassen als sie aufzustellen. Dann ist von Windrädern als „Vogelkillern“ die Rede, von einer angeblich negativen Energiebilanz ihrer Herstellung oder von gesundheitsschädlichen „Mikroschwingungen“. Ebenso wird behauptet, dass Speicher, PV-Anlagen, Leitungen und andere Infrastruktur so viel Fläche verbrauchen würden, dass die heimische Lebensmittelproduktion darunter leide. Und wenn all das nicht genügt, wird häufig noch ein anderes Motiv bemüht: Neid und Missgunst gegenüber jenen, die von den Veränderungen profitieren könnten. „Die wollen alle nur auf unser aller Kosten enorme Gewinne machen“, heißt es dann. Also: „Wir die Armen und da die Reichen und Unternehmen, die sich mit diesen Windrädern und PV-Anlagen ihre Taschen vollstopfen …“

Ich bitte dich: Lass dich von diesen Argumenten nicht beirren. Die Energiewende ist notwendiger denn je: Weil wir nur dadurch Abhängigkeiten von den Ölquellen und Gasfeldern autokratischer Staaten reduzieren können. Weil wir nur dadurch CO2-neutral werden. Und weil nur dadurch viele neue Technologien – von der Robotik bis zum Handy; vom autonomen Fahren bis zur Steuerungsoptimierung und vieles andere mehr … möglich werden. Ich wünsche dir dabei Neugier und Begeisterung.

Dein Präsident Johannes Pressl

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