„Dorf- und Stadterneuerung Neu“ präsentiert

In einer Pressekonferenz heute Mittwoch am neuen Dorfplatz in Ober-Grafendorf präsentierte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf gemeinsam mit NÖ Gemeindebundpräsident Johannes Pressl und NÖ GVV-Präsident Rupert Dworak Neuerungen für die Dorf- und Stadterneuerung.

Fast 40 Jahre nach der Gründung wolle man mit der neuen Dorf- und Stadterneuerung „die Gemeinden und Ehrenamtliche besser begleiten, besser unterstützen und besser fördern“, sagte Pernkopf. Damit wolle man „Dörfer, Städte und damit ganz Niederösterreich unkompliziert, direkt und schnell erneuern.“ Dazu setze man zwei Schwerpunkte: neue Fördermöglichkeiten und verbesserte Beratungs- und Begleitungsstrukturen.

Ab dem 1. Jänner 2024 können Gemeinden jährlich, und nicht mehr nur im Vierjahrestakt mit vierjähriger Pause dazwischen, erneuern. „Diese Pausetaste gibt es ab dem nächsten Jahr nicht mehr, Erneuerung findet ab sofort ständig statt. Dafür stellen wir auch mehr Geldmittel zur Verfügung, nämlich 4,3 Millionen statt bisher 3,6 Millionen pro Jahr“, führte der LH-Stellvertreter aus und erklärte weiters: „Wir schaffen dazu drei Förderschienen, für kleinere, mittlere und für große Leuchtturmprojekte.“ Die kleinste Förderschiene unter dem Titel „Stolz auf unser Dorf“ unterstütze man mit 2.500 Euro bzw. maximal 80 Prozent, hier gehe es z.B. um kleiner Projekte zur Ortsverschönerung, Blumenrabatten, Marterl oder die Belebung der Dorfgemeinschaft. „Für mittlere Projekte wie beispielsweise Kulturprojekte oder Schaffung von Begegnungszonen können Gemeinden zweimal jährlich mit bis zu 20.000 Euro unterstützt werden“, so Pernkopf, „und für Leuchtturmprojekte wie den neue Dorfplatz Ober-Grafendorf stellen wir bis zu 325.000 Euro zur Verfügung.“

„Beratung kommt zu den Gemeinden und Vereinen“

Zum zweiten Schwerpunkt „bessere Beratungs- und Begleitungsstrukturen“ erklärte der LH-Stellvertreter: „Hier werden die Kräfte der Gemeindeberaterinnen und –berater der NÖ.Regional und der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich in der neuen Dorf-und Stadterneuerung gebündelt.“ Man werde so einen einzigen Ansprechpartner für jede Gemeinde und gesamt 40 Regional- und Gemeindeberaterinnen und –berater vor Ort installieren, die in allen Fragen und Ideen der Gemeinden mit ihrer Expertise beratend und begleitend zur Seite stehen. „Nicht die Gemeinden und Vereine werden zu den Informationen geschickt, sondern die Beratung kommt zu den Gemeinden und Vereinen,“ gibt Pernkopf vor. Mit der neuen Dorf- und Stadterneuerung wolle man den Gemeinden mit ihren über 3.500 Kastralgemeinden bei ihren Projekten helfen, Dorferneuerungsvereine begleiten und das ehrenamtliche Engagement unterstützen und ausbauen. „Unser Ziel ist, die knapp 600 Dorferneuerungsvereine, die alleine im Vorjahr 85.000 ehrenamtliche Stunden geleistet haben, auf 1.000 auszubauen“, sagte Pernkopf abschließend.

Gemeindebundpräsident Johannes Pressl unterstrich in seinem Statement die Wichtigkeit der einfacheren, rascheren Unterstützung der Gemeinden: „Bürokratieabbau war das erste Gebot der Stunde, das wir in all unseren Überlegungen für Dorf- und Stadterneuerung Neu gemacht haben“, so Pressl. Zweitens die Breitflächigkeit der Förderschienen, hier führte er vor allem die Möglichkeit der Förderung für kleinere Projekte an. Und drittens bekräftigte Pressl die Wichtigkeit der Unterstützungsarbeit „für die Menschen, die die Säulen unserer Gesellschaft sind, nämlich die Dorferneuerungsobleute, unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die rasch und effizient zu Informationen kommen müssen.“ Die Dorf- und Stadterneuerung Neu sei, so Pressl abschließend, jenes Projekt, das Parteiübergreifend dazu da sei, „im Miteinander unsere Gemeinden als Heimat für die Menschen zu stärken.“

NÖ GVV-Präsident Rupert Dworak sagte: „Mit der Dorf- und Stadterneuerung Neu nehmen wir unsere Verantwortung als Politik wahr, um ein verbessertes Service für unsere Gemeinden und speziell für unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu bieten.“ Die fachliche Begleitung kommunalpolitischer Verantwortlicher in ihren Ideen, Prozessen und Projekten durch die Expertinnen und Experten der neuen Dorf- und Stadterneuerung-Gemeindeagentur sei enorm wichtig, genauso wie „die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen und Veränderungen in Form von Bürgerbeteiligungsmodellen, Informationsveranstaltungen oder Diskussionsrunden miteinzubeziehen“, so Dworak, denn „so können die Menschen ihre Heimat miterneuern.“

Zu Wort kamen im Rahmen der Pressekonferenz auch die Obfrau der Dorf-und Stadterneuerung Maria Forstner sowie Rainer Handlfinger, Bürgermeister von Ober-Grafendorf, der das Projekt „neuer Dorfplatz“ umriss und vor allem die Unterstützung und Begleitung der Dorf- und Stadterneuerung lobte. Das Ober-Grafendorfer Projekt „Gemeinnütziges Ortszentrum Ober-Grafendorf, mehr Leben statt leer“ wurde 2022 mit der „Goldenen Kelle“ ausgezeichnet.

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