Gesundheitsplan: Die beste statt die nächste Medizin

Es geht in Zukunft um die BESTE und nicht um die NÄCHSTE Medizin. Diese Logik zieht sich durch den neuen Gesundheitsplan 2040+ für Niederösterreich. Der Fokus liegt auf den Patientinnen und Patienten, auf den Menschen, die angesichts der Überalterung Gesundheits- und Pflegeleistungen brauchen werden. Der Plan gibt aber auch klare Vorgaben für die notärztliche Versorgung im Akutfall und für die „vor Ort“-Versorgung beim Hausarzt bzw. in zukünftigen Primärversorgungseinheiten (PVE).

Natürlich ist das auch mit Veränderungen verbunden: Veränderungen bei Standorten, bei inhaltlichen Schwerpunkten, bei Notarztstellen, bei neuen PVE und auch beim Krankentransport. Einige von Änderungen betroffene Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sehen das auch betont kritisch. Das stellen wir – so wie alle aus Sicht von Einzelgemeinden auch positiven Veränderungen – in dieser NÖ Gemeinde klar dar, weil es die Realität ist und weil auch mit Kritikpunkten aktiv umgegangen werden muss.

Seitens des NÖ Gemeindebundes stehen wir zu 100 % zum Gesundheitsplan 2040+. Weil wir ja auch klare Erwartungen an den Plan haben. Zunächst eine optimale Versorgung der Menschen mit den Möglichkeiten, die uns die Medizin heute und in Zukunft gibt. Und die müssen immer besser werden, wenn wir weiter den technisch-medizinischen Fortschritt für die Menschen nutzen wollen!

Wir fordern aber auch die Leistbarkeit dieser besten Medizin ein. Über 30 % der Krankenanstaltenkosten finanzieren wir neben Land und ÖGK bzw. Privaten als Gemeinden im Wege über die NÖKAS-Beiträge! Mit derzeit nahezu unmöglich hohen Steigerungsraten. In einigen Gemeinden sind im Monat März nach deren „Abzug“ gar keine Ertragsanteile mehr angekommen! Genau da wird nun auch die neue Führung der Landesgesundheitsagentur (LGA) – massiv gefordert sein. Interne „Optimierung“ zur „Kostendämpfung“ werden wir in allen Gremien und vor allem bei den nächsten Kommunalgipfelverhandlungen mit aller Vehemenz einfordern. Und wir werden dabei auch auf die „Schnittstellen“ im und mit anderen Systemen besonders achten.

Das hochwertige und teure „Gesamtsystem Gesundheit“ darf nicht ausgenutzt werden. Es muss allen gleichwertig zur Verfügung stehen. Wenn Patientenlenkungsmaßnahmen dafür nicht greifen, dann müssen wir auch über Selbstbehalte reden – ob beim Krankenktransport, bei Ambulanzen oder bei der mehrmaligen Abklärung des gleichen Problems an unterschiedlichen Stellen. Vergessen wir dabei aber auch angesichts des neuen Planes die Vorsorge nicht, denn was Benjamin Franklin gesagt hat, gilt auch heute noch „Eine Unze Vorsorge ist mehr wert als ein Pfund Heilung.“

Dein Präsident Johannes Pressl

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