Sparen – Spagat oder Kraftakt?

In immer mehr Gemeinden wird es mit der Budgeterstellung 2026 ernst mit dem Sparen. Was am Anfang noch ein Balanceakt – also ein klassischer Spagat zwischen dem Einbremsen von Ausgaben und dem gleichzeitigen Erhalten der Motivation bzw. dem Ermöglichen wirtschaftlicher Dynamiken – ist, könnte zunehmend zum Kraftakt werden, wenn wir in unseren Gemeinden mit aller Kraft Einnahmen generieren und Ausgaben kürzen müssen – insbesondere dort, wo nicht frühzeitig vorgesorgt wurde.

Damit es beim gefühlvollen Spagat bleibt und nicht zum gewaltigen Kraftakt wird, zeigen wir in dieser NÖ Gemeinde vorausschauende Sparmöglichkeiten auf, die dennoch Gestaltungsspielräume lassen. Aber egal, wie man’s macht: Von Beginn an müssen drei Parameter stets genau betrachtet werden – die Personalkosten, die Schuld- und Zinsbelastung sowie die Einnahmen.

Rund ein Viertel des Budgets machen die Personalkosten der Gemeinden ohne Wien im Durchschnitt aus. Der Personalaufwand ist aufgrund steigender Dienstleistungsaufgaben stetig angestiegen. Verbesserungen sind durch eine gezielte Einsatzorganisation, Auslagerungen (z. B. an Verbände) oder durch digitale und technische Ersatzlösungen möglich. Trotz Optimierung müssen jedoch die Arbeitsbedingungen weiterhin gut und motivierend sein. Denn ohne diese ist gutes Personal wiederum „teuer“ – ein erster „Spagat“, der, wenn er gelingt, die Gemeindefinanzen deutlich entlasten kann. Ein hoher Schuldenstand führt zu enormen Rückzahlungs- und Zinsverpflichtungen. Und die engen bei hohen Zinsen wiederum den finanziellen Spielraum enorm ein. Durchschnittlich wenden die Gemeinden ohne Wien rund 7 Prozent des jährlichen Budgets für Schuldentilgung und Zinszahlungen auf. Gleichzeitig können Projekte aber nicht ewig aufgeschoben werden, weil sonst ein massiver Erneuerungsstau entstehen würde – ein zweiter „Spagat“ zwischen gezieltem und maßvollem Investieren und gleichzeitig rückzahlbarem Verschulden. „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Gemeint ist hier jedoch kein kleinkrämerisches Groschenzählen, bei dem der Verwaltungsaufwand größer ist als der Nutzen, sondern das konsequente Anpassen von Gebühren, das Nachziehen von Erhöhungssätzen, das Nachverhandeln von Bankkonditionen und die automatisierte Einhebung. Auch die öffentliche Hand hat „nichts zu verschenken“, sondern muss vielmehr das Steuergeld konsequent einfordern und – wo nötig – anpassen. Das ist ein dritter Spagat: zwischen dem Grundsatz „Nichts liegen lassen“ und dem gleichzeitigen Bemühen, Verständnis dafür zu schaffen, wofür das Geld eingesetzt wird und wem es nützt – ein Spagat, der, wenn er gelingt, sogar das Vertrauen in die Gemeindeverwaltung stärken kann.

Dein Präsident Johannes Pressl

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