Vertrauen in Bürgermeister weiterhin ungebrochen

Laut einer aktuellen Umfrage von Demox Research im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes ist das Vertrauen der Menschen in ihre Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mit 55 Prozent (in NÖ sogar 58) auf einem stabilen Hoch. Aus der Studie geht zudem deutlich hervor, dass das Vertrauen in die Gemeinde im Vergleich zu anderen politischen Ebenen mit Abstand am höchsten ist.

Auch im Vergleich der vergangenen Jahre zeigt sich, dass die Gemeinden stabile Vertrauenswerte genießen. „Das hohe Vertrauen der Menschen in die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist weiterhin ungebrochen. Dieses Vertrauen muss man sich erst erarbeiten – es ist daher eine wichtige Bestätigung für unsere Arbeit in den Gemeinden“, so Gemeindebund-Vizepräsidentin Bürgermeisterin Andrea Kaufmann und Gemeindebund-Vizepräsident Bürgermeister Erwin Dirnberger.

55 Prozent haben Vertrauen

Die Ergebnisse im Detail: Die Umfrage wurde von Demox Research im September 2023 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.000 Personen befragt. Zu diesem Zeitpunkt gaben 55 Prozent der Befragten an, ihren Bürgermeisterinnen und Bürgermeisterin zu vertrauen (Anm.: 14 Prozent vertrauen „voll und ganz“, 41 Prozent vertrauen „überwiegend“). Im Vergleich mit zuvor gehenden Umfragen ist dieser Wert stabil. Im Jänner 2023 vertrauten 53 Prozent zum größten Teil (Anm.: 13 Prozent „voll und ganz“, 40 Prozent „überwiegend“), im Juni 2022 lag der Vertrauenswert bei 56 Prozent (Anm.: 14 Prozent „voll und ganz“, 42 Prozent „überwiegend“). Im Dezember 2021 vertrauten insgesamt 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ihren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern (Anm.: 19 Prozent „voll und ganz“ und 48 Prozent „überwiegend“). Im Februar 2021 lag die Vertrauensrate bei 61 Prozent (Anm.: 18 Prozent „voll und ganz“ und 43 Prozent „überwiegend“). Zu Beginn der Pandemie im April 2020 lag die Rate ebenfalls bei 61 Prozent (Anm.: 22 Prozent „voll und ganz“ und 39 Prozent „überwiegend“). In „Vorkrisenzeiten“, wie etwa im Dezember 2018, lag der Vertrauenswert bei 52 Prozent (6 Prozent „voll und ganz“ und 46 Prozent „überwiegend“).

Gemeinden sind vertrauenswürdiger als Bund und Länder

Aus der Studie geht auch hervor, dass von allen politischen Ebenen der Gemeindepolitik das höchste Vertrauen entgegengebracht wird. Ganze 40 Prozent der Menschen geben an, der Kommunalpolitik am meisten zu vertrauen. Etwa ein Fünftel spricht der Landespolitik das höchste Vertrauen aus und nur 9 Prozent vertrauen der Bundespolitik am meisten. Knapp darüber liegt die EU-Politik, ihr bringen 10 Prozent der Befragten das höchste Vertrauen entgegen.

Interessant ist, dass in Vorarlberg deutlich mehr Menschen der Gemeindepolitik vertrauen als der Landes- oder der Bundespolitik (64 Prozent der Vorarlberger vertrauen von allen politischen Ebenen der Gemeindepolitik am meisten). Stark ausgeprägt ist das Vertrauen in die Gemeindepolitik auch in Tirol und Niederösterreich.

Gemeinden sind den Menschen am nächsten

Im Vergleich mit anderen Institutionen genießen die Bürgermeister in Österreich nach der Polizei und der Justiz die höchsten Vertrauenswerte. Sie liegen mit 55 Prozent über den Landesregierungen (43 Prozent), über den Landeshauptleuten (42 Prozent), der EU (39 Prozent), dem österreichischen Parlament (38 Prozent) und weit über der Bundesregierung (33 Prozent), den Medien (29 Prozent) und den politischen Parteien (18 Prozent).

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Aus der Studie geht jedoch hervor, dass mehr als ein Viertel der Menschen es am ehesten den Gemeinden zutrauen, unmittelbare Probleme zu lösen. Der Landespolitik trauen dies nur 21 Prozent zu, der Bundespolitik gar nur 16 Prozent. Der Zeitvergleich zeigt hier einen Vertrauenszuwachs für die Gemeindepolitik, was man auch an der Präsenz der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in der Corona-Krise sieht. Zuletzt gaben 53 Prozent der Befragten an, dass ihre Bürgermeisterin bzw. ihr Bürgermeister während der Corona-Krise sehr präsent gewesen sei. Auch insgesamt zeigen sich die Menschen Großteils zufrieden mit der Gemeindepolitik und geben an, die Entwicklung in ihrer Gemeinde gehe in die richtige Richtung. Zwei Drittel der Menschen sind zufrieden mit den Leistungen der Gemeinde.

„In Zeiten der Energie- und Teuerungskrise sehen wir, dass gerade die Gemeindepolitik die Sorgen und Anliegen der Menschen hört. Bei allen Themen, die die Gemeinden derzeit beschäftigen – die wirtschaftliche Lage, Wohnungs- und Bauthemen, Nachhaltigkeit, Flüchtlinge und Personalmangel – ist das oberste Ziel, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die besten Lösungen zu finden. Die Menschen spüren, wenn man für sie da ist – das ist Politik auf Augenhöhe“, betonen Kaufmann und Dirnberger.

REDAKTION Kommunalnet

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