NÖ Kinderbetreuung: Eintrittsalter liegt künftig bei zwei Jahren

Öffnung der Kindergärten für Kinder ab zwei Jahren, kostenlose Vormittagsbetreuungs-Angebote, weniger Schließtage, ein flächendeckendes Nachmittagsbetreuungs-Angebot, kleinere Gruppengrößen in den Kindergärten und zusätzliche Fachkräfte sind die Eckpunkte dieser Initiative. Diese Verbesserungen standen heute im Mittelpunkt einer Pressekonferenz von Präsident Johannes Pressl und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister…

„Bereits 98,3 Prozent der dreijährigen bis fünfjährigen Kinder besuchen in Niederösterreich eine Kinderbetreuungseinrichtung. Damit übertreffen wir den Österreich-Durchschnitt von 93,8 Prozent eindeutig. Die Familienstrukturen sind aber im Wandel, das macht nun neue Betreuungszugänge erforderlich“, sagte die Landesrätin, die auch betonte: „Insbesondere soll die ‚Karenzlücke‘ zwischen 2 und 2,5 Jahren geschlossen und die Betreuungsangebote für unter 2,5-jährige Kinder leistbarer gemacht werden. Deshalb werden ab September 2024 die Kindergärten für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr geöffnet. Die Betreuung der Zweijährigen und der Dreijährigen soll in eigenen Kleinkindgruppen oder in alterserweiterten Gruppen organisiert werden. Dadurch werden etwa 450 neue Gruppen im Bundesland erforderlich sein.“ Diese Ausbauinitiative wird mit einer Sonderförderung über den Schul- und Kindergartenfonds gestartet. Der Annuitätenzuschuss von derzeit 27 Prozent wird auf 48 Prozent erhöht. Aufgrund der neuen 15a-Vereinbarung mit dem Bund stehen Niederösterreich in diesem Zusammenhang statt 26 Millionen Euro jährlich künftig rund 37 Millionen Euro zur Verfügung.

Ganz klar ist: Es geht weiterhin um Wahlfreiheit und es besteht keine Verpflichtung, die Kinder in eine Betreuungseinrichtung zu schicken.

Präsident Johannes Pressl

„Um die Betreuungsquote zu erhöhen, gilt es, die Eltern finanziell zu entlasten“, sprach Teschl-Hofmeister einen weiteren Aspekt an. „Eine Rückkehr der Eltern ins Erwerbsleben ist mit Beiträgen in Betreuungseinrichtungen von 400 bis 500 Euro im Monat verbunden. Daher wird hier ein Kostendeckel eingeführt und der Betrag darf 180 Euro pro Monat nicht überschreiten. Das führt zu einer wesentlichen Entlastung unserer Familien. Wir rechnen dadurch mit weiteren 250 zusätzlichen Kleinkindbetreuungsgruppen“, hob sie hervor. Weiters werde ab September 2024 die Gruppengröße im Kindergarten von 25 Kinder auf 22 Kinder reduziert. In diesem Zusammenhang seien etwa 150 neue Gruppen und somit 150 zusätzliche Pädagoginnen und Pädagogen erforderlich. In Bezug auf die Schließtage in den Kindergärten meinte sie: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ab den nächsten Sommerferien die drei Schließwochen auf eine Woche zu reduzieren.“

„Um alle Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen, nehmen wir in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 750 Millionen Euro in die Hand und stellen damit unter anderem sicher, dass die Kinderbetreuung am Vormittag gratis und am Nachmittag leistbar ist und es für soziale Härtefälle eine Abfederung gibt“, schloss die Landesrätin.

Präsident Johannes Pressl führte aus: „Die Kinderbetreuung ist Gemeindesache und wir unterstützen mit diesen Maßnahmen das Ziel, Familie und Beruf besser zu vereinen. Es wird in all diesen Fragen individuelle Lösungen vor Ort in der Umsetzung geben. Wir müssen uns nun mit der Immobilienfrage und mit der Personalfrage intensiv beschäftigen. Ganz klar ist: Es geht weiterhin um Wahlfreiheit und es besteht keine Verpflichtung, die Kinder in eine Betreuungseinrichtung zu schicken.“

Keine verwandten Beiträge gefunden.

Beitrag teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

🌿🏡 „Die Renaturierungsverordnung wird zum Überbürokratismus. Wir in den Gemeinden stehen zu praktisch umsetzbarem Natu...

🌿🏡 „Die Renaturierungsverordnung wird zum Überbürokratismus. Wir in den Gemeinden stehen zu praktisch umsetzbarem Natu…

🌿🏡 „Die Renaturierungsverordnung wird zum Überbürokratismus. Wir in den Gemeinden stehen zu praktisch umsetzbarem Natur- und Umweltschutz…

“Wertschätzung kostet nichts – aber sie tut allen gut!”

Ob in der Gemeindeverwaltung, im Ehrenamt oder im politischen Miteinander – Wertschätzung ist der Kitt, der Gemeinschaften…
💬 Wertschätzung kostet nichts – und ist trotzdem selten geworden. Ein ehrliches Wort wirkt mehr als jede laute Kritik �...

💬 Wertschätzung kostet nichts – und ist trotzdem selten geworden. Ein ehrliches Wort wirkt mehr als jede laute Kritik �…

💬 Wertschätzung kostet nichts – und ist trotzdem selten geworden. Ein ehrliches Wort wirkt mehr als jede laute Kritik 🤝 👉 Mehr dazu im…
💬 Wertschätzung kostet nichts – und fehlt trotzdem oft. Ein ehrliches „Danke“ oder „Respekt“ wirkt mehr als jede laute...

💬 Wertschätzung kostet nichts – und fehlt trotzdem oft. Ein ehrliches „Danke“ oder „Respekt“ wirkt mehr als jede laute…

💬 Wertschätzung kostet nichts – und fehlt trotzdem oft. Ein ehrliches „Danke“ oder „Respekt“ wirkt mehr als jede laute Kritik 🤝 Wer…

Ehrlichkeit statt Fake-Beteiligung

Ehrlichkeit statt Fake-Beteiligung Anstatt Jugendlichen fertige Programme vorzugeben, gilt es, sie bei ihren eigenen Projekten…
Jugendliche wollen nicht nur dabei sein – sie wollen mitgestalten 🤝 Wenn ihre Ideen wirklich gehört und umgesetzt werde...

Jugendliche wollen nicht nur dabei sein – sie wollen mitgestalten 🤝 Wenn ihre Ideen wirklich gehört und umgesetzt werde…

Jugendliche wollen nicht nur dabei sein – sie wollen mitgestalten 🤝 Wenn ihre Ideen wirklich gehört und umgesetzt werden, entsteht echte…
Jugendliche wollen mitreden und ernst genommen werden 🤝 – echte Beteiligung zählt mehr als leere Worte. 👉 Mehr dazu im...

Jugendliche wollen mitreden und ernst genommen werden 🤝 – echte Beteiligung zählt mehr als leere Worte. 👉 Mehr dazu im…

Jugendliche wollen mitreden und ernst genommen werden 🤝 – echte Beteiligung zählt mehr als leere Worte. 👉 Mehr dazu im Artikel:…
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stehen zunehmend unter Druck: hohe Erwartungen, mehr Verantwortung und weniger Spie...

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stehen zunehmend unter Druck: hohe Erwartungen, mehr Verantwortung und weniger Spie…

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stehen zunehmend unter Druck: hohe Erwartungen, mehr Verantwortung und weniger Spielraum. Gleichzeitig zeigt…