Die Energiezukunft und die Gemeinden waren Thema bei der jüngsten Veranstaltung aus der Reihe des NÖ Gemeindebundes „Pressl on Tour“ am 13. Mai bei der EVN in Trumau und Oberwaltersdorf. 40 Gemeindemandatare aus ganz Niederösterreich waren dabei und erhielten gemeinsam mit Präsident Johannes Pressl exklusive Einblicke in die Funktionsweise moderner Photovoltaikanlagen, von Windrädern und des innovativen „Super-Hybrid-Parks“ – einer intelligenten Kombination aus Windkraft, Sonnenenergie und Batteriespeicher.
Autor: Bernhard Steinböck
Die Tour führte die Teilnehmer zunächst zur großflächigen Photovoltaikanlage in Trumau und anschließend zum Herzstück der regionalen Energieversorgung, dem Batteriespeicher des Super-Hybrid-Parks. Dieser kombiniert den seit 2011 bestehenden Windpark Tattendorf und die 2023 errichtete PV-Anlage zu einem hocheffizienten Kraftwerk, das insgesamt 13.000 Haushalte mit regionalem Ökostrom versorgt.
NÖ Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl zeigte sich von den technischen Möglichkeiten beeindruckt und betonte die direkte Übertragbarkeit – auch auf die viel kleinere lokale Ebene: „Diese innovativen Projekte zeigen eindrucksvoll, was technisch möglich ist und welche Potenziale auch für unsere Gemeinden darin stecken. Ich kann nur alle Verantwortlichen ermutigen, bei eigenen Gemeindegebäuden dem Motto ‚Photovoltaik am Dach, Speicher im Keller‘ zu folgen. Solche Investitionen in die Energieautarkie rechnen sich nicht nur finanziell, sondern stärken auch unsere Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit.“
Schlüsseltechnologie Speicher: Netze entlasten, Effizienz steigern
Das Besondere am Super-Hybrid-Park: Obwohl die Anlagen zusammen eine Leistung von 29,5 MW haben, wird dank der intelligenten Steuerung und der sich ergänzenden Erzeugungsspitzen von Wind und Sonne nur ein Netzanschluss von 16 MW benötigt. Der 2025 errichtete Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6,88 MWh federt zusätzliche Spitzen ab und optimiert die Stromeinspeisung.
EVN Naturkraft Geschäftsführer Gerhard Kampichler erklärte die zentrale Rolle der Speichertechnologie: „Speicher sind die Schlüsseltechnologien füreinen erfolgreichen Weg in die erneuerbare Energiezukunft – das sehen wir im gesamten Spektrum, von kleineren Haushaltspeichern, die wir für unsere Privatkundinnen und -kunden anbieten bis hin zu Großbatteriespeichern, wie etwa an unserem Energieknoten in Theiß. In Trumau sieht man, was moderne Speicher leisten können: Durch die Kombination von Windkraft und Photovoltaik konnten wir die vorhandenen Netzkapazitäten optimal ausnutzen – dabei machen wir uns zu Nutze, dass Wind und Sonne sich in ihren Erzeugungsspitzen abwechseln. Mit dem Speicher können wir jetzt auch kurzfristige Schwankungen in der Erzeugung noch besser auf den Bedarf der Stromkundinnen und -kunden abstimmen. Damit erhöhen wir die Effizienz des Gesamtparks und schonen die wichtige Netzinfrastruktur.“
Gemeindebund unterstützt bei rechtlichen Rahmenbedingungen
Neben den technischen Aspekten wurden auch die administrativen Herausforderungen diskutiert. „Bei der Errichtung von Großspeichern beschäftigen uns als Gemeinden natürlich die rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa bei der Widmung von Flächen“, so Pressl. „Für uns ist entscheidend, im Rahmen der Vertragsraumordnung auch immer die Bedingungen für ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Energieanbieter und Gemeinde zu regeln. Das sichert nicht nur die geordnete Entwicklung, sondern ermöglicht den Gemeinden auch einen fairen finanziellen Ausgleich für die Bereitstellung von Infrastruktur. Der NÖ Gemeindebund unterstützt die Gemeinde-Verantwortlichen hier bereits mit juristischer Expertise.“ Abschließend bedankte sich Pressl bei der EVN „als starkem Energiepartner der Gemeinden für die Einblicke in diese zukunftsweisenden Projekte und die exzellente Partnerschaft.“








